Kreislaufprobleme erkennen

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10.07.2014 Kreislaufprobleme erkennen

Pferde verfügen über eine gute Temperaturregulation.Doch die derzeitigen Temperaturschwankungen und die vielerorts schwül-warme Witterung belasten den Organismus vieler Pferde, besonders älterer Tiere, stark. Kommen dann noch hohe Leistungsanforderungen hinzu, kann die Temperaturregulation überfordert werden. Kreislaufprobleme sind die Folge.

Nachfolgend habe ich Kriterien für die Einschätzung der Kreislaufsituation Ihres Pferdes zusammengestellt:

PAT-Werte
Mit den PAT-Werten, Puls, Atmung und Temperatur, ermitteln wir die Eckdaten der wichtigen Funktionen. Für ein erwachsenes Pferd  gelten folgende Richtwerte:
Puls                 24-48 Schläge/Minute
Atmung          8-16 Züge/Minute
Temperatur     37,5-38,2 °C
Weichen aktuelle Werte in Ruhe von diesen Normwerten ab oder kehren bei Beanspruchung nicht in den üblichen Zeiten auf die Normwerte in Ruhe zurück, so ist dies ein Hinweis für mögliche Kreislaufprobleme.

Kapillarfüllzeit
Mit Kapillarfüllzeit wird die Zeitspanne bezeichnet, die das Blut benötigt, um nach einer Unterbrechung der Durchblutung wieder in die Kapillaren zu fließen. Dieser Test kann als Indiz für Kreislaufprobleme herangezogen werden, weil bei vielen Kreislaufproblemen das Blut verdickt und dadurch eine längere Kapillarfüllzeit entsteht. Die Kapillarfüllzeit lässt sich am Pferd recht einfach prüfen: Drücken Sie mit der Kuppe des Zeigefingers kräftig auf das Zahnfleisch oberhalb der Schneidezähne und lassen Sie wieder los. Durch den Druck weicht das Blut aus den Kapillaren und es entsteht infolge ein weißer Fleck. Dieser nimmt beim gesunden Pferd innerhalb von ein bis zwei Sekunden wieder die normale rosa Farbe an, wenn kein Druck mehr ausgeübt wird. Dauert das wesentlich länger, ist auch dies ein Hinweis auf Kreislaufprobleme.

Hautelastizität
Auch die Hautelastizität steht mit dem Flüssigkeitsgehalt des Körpers in Verbindung. Sie kann mit dem Hautfaltentest überprüft werden. Dazu ziehen Sie am Pferdehals oder an der Schulter eine Hautfalte mit zwei Fingern hoch, halten diese einem Moment fest und lassen dann wieder los. Beim gesunden Pferd wird sich die Hautfalte sofort wieder glätten. Dauert der Vorgang zwei bis vier Sekunden, deuten das auf deutliche Kreislaufprobleme hin. Achtung: Bei mehr als sechs bis acht Sekunden besteht Lebensgefahr!

Farbe der Schleimhäute
Die Schleimhäute des Pferdes im Maul oder rund um das Auge sind beim gesunden Pferd blassrosa. Färbungen wie blassere oder umgekehrt auch dunklere Färbungen, die bis ins Rotblaue gehen, sind ernsthafte Alarmzeichen.  

Im Extremfall können auch Pferde einen Hitzschlag erleiden. In der Praxis geschieht das am ehesten, wenn körperliche Anstrengung in Kombination mit schwülwarmer Witterung auftreten. Die Symptome eines Hitzeschlages sind für den Pferdehalter dramatisch: Das Pferd bricht zusammen, das Schwitzen hört auf, die Körpertemperatur kann bis auf 43 Grad steigen, die Atmung ist sehr flach und schnell, der Puls erhöht aber nicht rasend, die Schleimhäute sind blaurot verfärbt. In solch einer Situation besteht akute Lebensgefahr. Daher umgehend den Tierarzt verständigen. Bis zu seinem Eintreffen das Pferd in den Schatten bringen, und kühlen. Verwenden Sie feuchte Handtücher, müssen diese ständig neu mit kaltem Wasser getränkt werden, damit kein Hitzestau entsteht.

Besonders ältere Pferde reagieren empfindlicher auf Temperaturschwankungen als jüngere Tiere, da die Anpassungsfähigkeit des Organismus mit zunehmendem Alter abnimmt. Zur Stärkung von Herz und Kreislaufs kann Crataegus (Weißdorn) eingesetzt werden, z.B. als Globuli D12, 2-mal täglich 10 Globuli. Bei leichteren Beschwerden bringt das Abspritzen der Beine mit Wasser den Kreislauf in Schwung. Dabei immer herzfern am rechten Hinterbein beginnen.