Kleine Raupe, großer Ärger

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Verschiedenes

11.07.2013 Kleine Raupe, großer Ärger

Der Eichenprozessionsspinner (EPS), eine auf Eichen spezialisierte Schmetterlingsart (Thaumetopoea processionea), ist seit ca. 20 Jahren in Deutschland auf dem Vormarsch. Kontakt mit den kleinen Schädlingen kann zu massiven gesundheitlichen Problemen wie allergischen Hautirritationen und Atemwegsreizungen führen. Bereits seit einigen Jahren berichten Kollegen von entsprechenden Fällen insbesondere bei Pferden und auch wir haben entsprechende Patienten in unserer Praxis. Die Larven des Eichenprozessionsspinners tragen kleine Gifthaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten allergische Reaktionen hervorrufen können; mechanisch sowie durch das Allergie auslösende Nesselgift Thaumetopoein. Dies geschieht bei direktem Hautkontakt oder wenn die Härchen eingeatmet werden.

Durch den Entwicklungszyklus der EPS besteht vor allem zwischen Ende Mai und September erhöhte Gefahr. Gefährdet sind vor allem Tiere, die sich in der Nähe von befallenen Bäumen aufhalten.

Folgende Symptome werden in Zusammenhang mit dem EPS gebracht:
- Schwellungen im Bereich von Maul und Nüstern bis zu Schwellungen des gesamten Kopfes
- Reizungen der Atemwege bis zu hochgradiger Atemnot

- Nesselsuchtartige Quaddeln

Behandlungsmöglichkeiten beim Pferd
Besteht der Verdacht, dass ein Pferd mit dem EPS in Kontakt gekommen ist und allergisch reagiert, sollten zunächst die Raupenhaare durch abduschen entfernt werden.

In der Schulmedizin kommen je nach Krankheitsbild Glucocorticoide, Antihistaminika und Bronchospasmolytika zum Einsatz. Die Behandlung von Pferden mit allergischen Erkrankungen erfolgt nach der traditionell chinesischen Medizin mit chinesischen Kräuterrezepturen und Akupunktur. Entsprechende Rezepturen werden individuell auf den Patienten abgestimmt und schaffen effektiv Linderung. Eine Akupunkturbehandlung erfolgt ebenfalls individuell und berücksichtigt immer den gesamten Patienten.

Für den langfristigen Behandlungserfolg ist es natürlich wichtig, dass die Pferde keinen weiteren Kontakt zu den EPS bekommen und befallene Bäume auf der Weide zum Beispiel eingezäunt werden. Das Tückische: Die am Eichenbaum verbleibenden Nester bleiben das ganze Jahr über gefährlich, da die darin enthaltenen Raupenhaare/ Kokonreste durch den Wind in die weitere Umgebung getragen werden und sich zudem in Bodennähe der Bäume anreichern und so eine latente Gefahr darstellen.