Genickschmerzen und ihre Folgen

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Akupunktur

02.05.2013 Genickschmerzen und ihre Folgen

Red Point, ein 5-jähriger Rappwallach, wurde in meiner Praxis mit Rückenverspannungen vorgestellt. Beim Reiten warf das Pferd den Kopf hoch und stürmte los, sobald der Reiter die Zügel aufnahm. Die Zähne waren untersucht und behandelt worden, trotzdem hatte sich das Problem verschlimmert.

Der Wallach stand im Pi-Typ und reagierte eher ruhig als panisch. Die Untersuchung ergab eine generelle Schmerzempfindlichkeit der Rückenmuskulatur und eine starke Druckempfindlichkeit des Zustimmungspunktes des Gallenblasenmeridians. Ich ließ den Reiter das Pferd ohne Nasenriemen vorreiten, und die Widersetzlichkeiten verbesserten sich schon deutlich. Die Untersuchung ergab eine ausgeprägte Schmerzhaftigkeit des Punktes Gb 20 (Gallenblase 20) rechts. Ohne Reithalfter fehlte der Druck des dünnen Nasenriemens auf das Genick, und Red Point reagierte sofort auf das Nachlassen des Druckschmerzes mit mehr Losgelassenheit. Die Ursache für das Davonstürmen lag demnach im Genickschmerz, die Rückenverspannung trat als Folge auf.

Red Point wurde einmal akupunktiert und an den Punkten Di 4 (Fernpunkt für Genickschmerzen), Gb 20 und Bl 10 (lösen lokale Schmerzen im Genick) akupressiert. Der Reiter unterpolsterte das Kopfstück der Trense und hat seither keine Schwierigkeiten mehr.

Dieses Beispiel zeigt, welche Folgen eine lokale Störung im Genick haben kann: das Davonstürmen als psychisches Problem und die Verspannung im Rücken als körperliches Problem. Eine alleinige Rückenbehandlung hätte Red Point nicht oder doch nur kurzfristig geholfen.