Wieso sind Faszien so wichtig?

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Akupunktur

11.12.2015 Wieso sind Faszien so wichtig?

Die Pferde sind nicht das Problem.

 Wieso sind Faszien so wichtig?

Faszien sind maßgeblich daran beteiligt, Stöße jeglicher Art abzupuffern. Außerdem sind sie dafür mitverantwortlich, dass der gesamte Organismus harmonisch funktioniert.

Faszien sind stark mit Nervenzellen versorgt und geben dem Körper wichtige Informationen über die Stellung der Gliedmaßen. Außerdem leiten sie über die Nerven Schmerzimpulse weiter.

Faszien können sich aktiv bewegen. Langsamer als Skelettmuskeln, aber sie können sich zusammenziehen und auch wieder entspannen.


Faszien, Meridiane und Akupunktur

Wichtige im Körper verlaufende Faszien-Ketten stimmen weitgehend überein mit den Meridianen der Traditionellen Chinesischen Medizin. Schon in den 1980er Jahren konnte gezeigt werden, dass die meisten Akupunkturpunkte an Faszien-Kreuzungspunkten liegen, wo so genannte Septen von der Oberfläche in die Tiefe reichen und wo sich besonders viele Rezeptoren wie freie Nervenendigungen befinden.

Faszienforscher untersuchen seit einigen Jahren, wie mechanische Reize - unter anderem die Akupunktur - auf die Faszien wirken. Die US-amerikanische Neurologin Helene Langevin beispielsweise hat beobachtet, dass sich Faszien bei der Drehung einer Akupunkturnadel „wie eine Spaghetti“ um die Nadel wickeln.

„Helene Langevin zeigt auf, wie durch mechanische Stimulation dieser Rezeptoren z.B. Akupunktur langfristige Veränderungen bezüglich Genexpression und Protheinsynthese sowie eine Modifikation der Grundmatrix ausgelöst werden können. Es erscheint plausibel, dass diese Wirkungen nicht auf reine Nadelstimulation der faszialen Rezeptoren beschränkt sind, sondern auch bei manuellen Stimulationen auftreten, die einen ähnlich „penetranten“ Charakter haben. Eine detaillierte Kenntnis der faszialen Ketten erscheint sowohl für Akupunkteure wie Manualtherapeuten von Vorteil.“ (3Sat Freitag 15.März 2013)

 „Man müsse nur wenig tun, um seine Faszien zu pflegen, meint Robert Schleip. Zweimal die Woche fünf Minuten federnde Bewegungen, zwei Wochen später vielleicht sieben Minuten. Nach drei Monaten sehe man noch keine Veränderung. Aber nach einem halben Jahr staune jeder beim Griff an Oberschenkel oder Rücken über die neue Spannkraft, „prophezeit der Experte.
(Robert Schleip, Die Bedeutung der Faszien in der manuellen Therapie, Deutsche Zeitschrift für Osteopathie, (1) 2004)

Faszientraining

Die allgemein zur Verfügung stehenden Quellen beziehen sich zumeist auf die Arbeit von Bindegewebsexperte Thomas Myers und die von Dr.Robert Schleip, dem Leiter des Fascia Research Projects an der Uni Ulm.

DEF : Die allgemeine Vorstellung von Faszien ist: das Bindegewebe, das überall dazwischen und drumherum ist, das verkleben kann und Schlacken einlagert – und das man behandeln kann.

Die interessanteste Information ist, dass es nicht die Faszien gibt, sondern dass das Bindegewebe ein Organ ist, Betonung einerseits auf „ein“, weil eben alles an einem Stück hängt, andererseits auf „Organ“, weil es viele Funktionen und Fähigkeiten hat. Thomas Myners hat die Faszie seziert, indem er alles andere, wie Knochen, Muskeln und Organe, entfernt hat. Was übrig blieb, war ein Bindegewebsanzug (Hanuman?) - in einem Stück. Dieser Anzug hat hochinteressante Eigenschaften, und das Wissen darüber verändert die Vorstellung von Bewegung, von Bewegungslernen und von sinnvollem Training.

Hier geht es zur Mediathek und dem Beitrag vom 15. März 2013 auf 3 Sat >http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=35430