Die treibende Kraft - Qi

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Akupunktur

07.08.2014 Die treibende Kraft - Qi

In der TCM taucht immer wieder ein zentraler Begriff auf: Qi. Qi ist ein Fachbegriff, der für die Chinesen allerdings so alltäglich und selbstverständlich ist, das er keiner zusätzlichen Auslegung bedarf, weil seine Wirkungen überall offensichtlich sind. Auch bei uns wird er immer häufiger verwendet. "Ich bin völlig im Qi", ist manchmal die etwas scherzhafte Reaktion, alltäglichen Hürden und Widrigkeiten zu trotzen. Doch was hat es mit dem Begriff tatsächlich auf sich? Zur westlichen Erklärung wird meist der Begriff Energie verwendet, doch dieser Beschreibt nur einen Teil der Bedeutung, die das chinesische Schriftzeichen für Qi hat. Dieses setzt sich nämlich aus dem Symbol für Dunst  oder Dampf und dem Symbol für vier Reiskörner im Feld zusammen. Damit wird das Wirken von Qi verdeutlicht, das als unsichtbare allgegenwärtige Lebenskraft die Reiskörner nach der Aussaat zum Keimen bringt.

Für die Gesundheit von Mensch und Tier hat Qi große Bedeutung. Im Sinne der TCM wird durch Vererbung allen Lebewesen durch die Eltern ein Grundvorrat Qi übertragen, das Ursprungs- oder Yuan-Qi. Dieser Grundvorrat an Qi entspricht der ererbten Konstitution. Darüber hinaus gibt es die erworbene Konstitution und damit die Fähigkeit des Körpers, Qi aus der Luft (Qing-Qi) und aus der Nahrung (Gu-Qi) aufzunehmen und den Qi-Vorrat zu ergänzen.

Die Besonderheit der chinesischen Medizin besteht darin, mit Akupunktur direkt auf das Qi eines Patienten einwirken zu können, da die Nadeln eine besonders intensive Anregung des Qi-Flusses bewirken. Je nach Krankheitsbild können wir durch die Akupunkturbehandlung gestautes Qi, das Schmerzen bereitet, auflösen oder einen Mangel an Organ-Qi ausgleichen. Einen Qi-Mangel erkennt der Akupunkteur daran, dass sich Krankheitssymptome wie eine Lahmheit oder Husten durch Bewegung verstärken, das Pferd schnell ermüdet, schnell schwitzt oder lange nachschwitzt.