Akupunktur hilft bei Lähmung

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Akupunktur

17.02.2014 Akupunktur hilft bei Lähmung

Auch als erfahrene Tierärztin gibt es immer mal wieder Situationen, in denen ich aufs Neue von der Akupunktur überrascht bin. Dazu möchte ich Ihnen von Prinzess erzählen. Ich lernte das kleine Stutfohlen in einer Tierklinik kennen. Es war ein halbes Jahr alt und wurde fest liegend in der Klinik eingeliefert.

Was war geschehen? Das Fohlen hatte ohne offensichtliche Erkrankung oder Verletzung Lähmungserscheinungen am Hinterbein und konnte nicht stehen. Nach zwei Tagen Behandlung in der Tierklinik verbesserte sich der Zustand, allerdings nur kurz. Obwohl die Prognosen sehr schlecht waren, baten die Besitzer um eine weitere Behandlung. Bei meiner Untersuchung im Sinne der traditionell chinesischen Medizin, zu der auch die Pulsdiagnose gehört, fühlte ich bei Prinzess einen starken Puls. Das zeigte mir, dass das Fohlen noch Reserven und einen starken Lebenswillen hat. Ich nahm die Behandlung auf und Prinzess bekam im Abstand von zwei Tagen sechs Akupunkturbehandlungen.

Der Behandlungsverlauf war selbst für mich überraschend positiv. Besonders eindrucksvoll: Zu Beginn konnte die kleine Stute nur stehen, solange die Akupunkturnadeln in ihrem Körper steckten und brach wieder zusammen, sobald die Nadeln gezogen wurden. Doch innerhalb von 14 Tagen verschwand die Lähmung. Prinzess erholte sich, und es traten auch keine Folgeschäden auf.

Aus chinesischer Sicht lässt sich der Zustand des Fohlens mit einem Leber-Qi-Stau erklären. Nach chinesischer Vorstellung besteht die Hauptaufgabe der Leber darin, dafür zu sorgen, dass die Energie (Qi) auf den Meridianen reibungslos fließen kann. Dadurch hat sie Einfluss auf den gesamten Körper. Ist das Leber-Qi gestaut, führt das sowohl zu körperlichen als auch psychischen Reaktionen.